Kandidatenduell im Familien- und Frauenzentrum Arnstadt

Die „Thüringer Allgemeine“ berichtet über die Diskussionsrunde mit den Kandidatinnen und Kandidaten im Frauenzentrum Arnstadt. Dort habe ich mich als Grüner Kandidat gemeinsam mit meinen Mitbewerbern Martina Renner (LINKE), Annette Garcia (Freie Wähler) und Torsten Köhler-Hohlfeld (FDP) den Fragen der zahlreichen Besucherinnen und Besucher gestellt. Trotz eines eher witzigen Versprechers meiner Person eine gelungene Veranstaltung. Den gesamten Beitrag lesen Sie hier oder im Folgenden.Arnstadt. Die Bundestagskandidaten redeten sich in Arnstadt über Renten, Mindestlohn und Ärztemangel die Köpfe heiß.

Im Frauen- und Familienzentrum in Arnstadt hatten sie es sich am Dienstag gemütlich gemacht. Es gab Kaffee und Kuchen. Die Tische waren mit Blumen gedeckt. Ein „Kermit der Frosch“ aus Plüsch saß auf der Stereoanlage. Die 18 Zuhörer waren überwiegend Frauen im Rentenalter.

Alles war sehr friedlich, bis die vier Bundestagskandidaten für Gotha und den Ilmkreis auftauchten. Genauer gesagt waren es Steffen Fuchs (Grüne), Annette Garcia (Freie Wähler), Martina Renner (Linke) und Torsten Köhler-Hohlfeld (FDP), die zum Wahlforum kamen.

Und so flogen auch gleich die Fetzen. Martina Renner predigte als erste über die Angleichung von Ost- und Westrenten und erntete dafür Zustimmung. Die Rente an sich müsste, so Renner, 1050 Euro betragen. Steffen Fuchs von den Grünen konterte: „Politik wird an Ehrlichkeit gemessen. Wir sind hier nicht bei ‚Wünsch dir Was‘!“

Fuchs leistete sich einen Versprecher und sagte, eine Garantierente sollte „850 Jahre“ hoch sein. Er meinte Euro. Die Rentnerinnen im Frauen- und Familienzentrum lachten, die Kontrahenten freuten sich. Die Diskussion war entfacht.

Torsten Köhler-Hohlfeld von der FDP stritt sich mit Steffen Fuchs über die Sinnhaftigkeit eines Bürgergeldes, für das die Liberalen schon ewig eintreten würden. „Sie verstehen das nicht“, sagte Köhler-Hohlfeld am Ende des Schlagabtausches und war von da an bockig.

Jetzt schaltete sich auch Annette Garcia von den Freien Wählern ein. Nagellack und Oberteil hatte sie farblich abgestimmt. Sie blieb in der Diskussion trotzdem eher farblos, punktete dennoch mit ein paar Allgemeinplätzen wie: „Kinder zu bekommen, wird immer teurer.“ Martina Renner stieg darauf ein und ließ sich kaum aufhalten. Sie dominierte die Runde und stoppte erst, als FDP-Mann Köhler-Hohlfeld zum Ärztemangel befragt wurde.

„Verpflichtungserklärung für Medizinstudenten“

„In den Kliniken treffen Patienten auf Ärzte, die kein Deutsch können“, sagte er und schob dann schnell hinterher, dass das nichts mit der Kompetenz zu tun habe. Deswegen sprach sich der FDP-Mann für eine Verpflichtungserklärung aus, die Thüringens Medizinstudenten unterschreiben müssten. So könnte man die Ärzte im Freistaat behalten.

„Hätte sich die Linkspartei das ausgedacht, hätte es sofort Protest gegeben“, unterbrach Martina Renner gleich. Die Kandidaten kamen nun auf die Lebensqualität in Thüringen zu sprechen. Damit müssten Ärzte im Land gehalten werden. Es folgte Eigenlob über das Bildungssystem und die Kitaplätze. Steffen Fuchs von den Grünen sagte, der Westen habe hier auch vom Osten gelernt. Die Infrastruktur im ländlichen Raum müsste verbessert werden. Garcia bemerkte, dass in Thüringen die Windeln teurer sind als in München. Okay.

Martina Renner wurde immer aufgeregter und sprang von der Lebensqualität zum Mindestlohn. Steffen Fuchs musste sie unterbrechen. „Wir sind doch beim Gesundheitssystem?“, fragte er und blickte die 18 Zuhörer an. Abgesehen von ein paar Zwischenrufen hielten sie sich zurück. Köhler-Hohlfeld sah genervt aus. Er stand auf, um zur Toilette zu gehen. Renner polterte derweil über soziale Ungerechtigkeit und den Lobbyismus. Als er zurückkam, sagte er zu Martina Renner : „Ich habe Sie sogar von der Toilette gehört. So schreien Sie hier rum.“

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